Cherry: Vom Kult-Erotikmagazin zum neuen Erotikportal cherry.ch
Kaum eine Marke hat den Schweizer Erotikmarkt so lange begleitet wie Cherry. Was 2002 als freches Erotikmagazin am Kiosk begann, verwaltete zeitweise die Erotik-Kleinanzeigen des «Blick», ging 2013 als Online-Portal ins Netz – und erhielt 2026 einen kompletten Relaunch. Anlässlich der neuen Webseite von cherry.ch werfen wir einen Blick zurück auf eine bewegte Geschichte: inklusive des Skandals, der es bis in die Schlagzeilen der grossen Medien schaffte.
Was war das Cherry-Magazin?
Cherry war ein Schweizer Erotik- und Kontaktmagazin, das sich als «lüsternstes Erotikmagazin» der Schweiz positionierte. Neben Erotikreportagen, Modelstrecken, Fetisch-Themen und Sex-News lebte das Heft vor allem von seinen privaten und gewerblichen Kontaktanzeigen. Genau diese Mischung aus Unterhaltung und Marktplatz machte Cherry über fast zwei Jahrzehnte zu einem festen Begriff an Schweizer Kiosken.
Die Anfänge 2002: ein Schweizer «Hustler» mit Kirsche
Im Mai 2002 mischte Cherry den etablierten Markt der Schweizer Sexanzeiger auf. Die grossen Platzhirsche – der «SAZ» (gegründet 1977) und «Okay» (1984) – waren längst volljährig, als der Neuling mit der Doppelkirsche antrat.
Die Ambition war klar: Cherry sollte ein «Schweizer Hustler» mit erotischer Kante werden – mehr Lifestyle, mehr Hochglanz, mehr Ästhetik und weg von der billigen Schmuddelecke. Mit einer zweimonatlichen Auflage von rund 25'000 Exemplaren beanspruchte der Verlag schon bald, die Konkurrenz überholt zu haben.
Vom Männermagazin zum Hardcore-Heft
Der hehre Anspruch hielt der Realität nicht lange stand. In der Schweiz ist die Luft zwischen seriösem Männermagazin und Pornoheft dünn – und der Markt verlangte deutlichere Kost. Ab Ende 2002 bot Cherry deshalb einen eigenen Pornoteil, dessen Seiten – wie früher bei Büchern – zuerst aufgeschnitten werden mussten. «Wir hatten die Wahl, in Schönheit zu sterben oder die Wünsche unserer Leser zu erfüllen», brachte es der Verlag damals auf den Punkt. 2003 stellte Cherry von sechs auf zwölf Ausgaben pro Jahr um – ein Beleg dafür, dass sich das Konzept trotz Rezession rechnete.
Der Skandal um Cherry: Nacktmodel, Promi-Koch und ein Ex-Stadtpräsident
Bekanntheit weit über die Szene hinaus erlangte Cherry Ende 2002 durch einen handfesten Skandal. Als Zürichs früherer Stadtpräsident Josef Estermann im Lokal «Seidenspinner» von Promi-Koch Andy Stutz als Gastkoch am Herd stand, liessen sich verschiedene Gäste mit ihm fotografieren – darunter das Callgirl und Pornomodel Elizabeth Carson. Was Estermann nicht wusste: Carson hatte sich noch vor dem Nachtessen an verschiedenen Orten in Zürich nackt ablichten lassen, unter anderem beim Rathaus.
Die Nacktbilder und der Schnappschuss mit dem Ex-Stadtpräsidenten erschienen anschliessend im Sexmagazin Cherry. Estermann, der von der Aktion nichts geahnt hatte, klagte 2003 gegen das Heft. Der Fall wurde von Medien wie persoenlich.com aufgegriffen und zeigte, wie weit Cherry beim Thema Skandalmarketing zu gehen bereit war.
Es blieb nicht der einzige provokante Coup: Auch mit inszenierten Aktionen rund um Playmates und einen Bundesrat auf dem Rütli sorgte das Heft für Gesprächsstoff – kalkulierte Grenzüberschreitungen, die Cherry Aufmerksamkeit und Reichweite bescherten. In einer Zeit ohne Social Media war der bewusst gesuchte Skandal eine der wirksamsten Werbeformen überhaupt.
Cherry und der Blick: Erotik-Kleinanzeigen für eine Boulevard-Legende
Ein bemerkenswertes Kapitel der Cherry-Geschichte ist die enge Zusammenarbeit mit dem «Blick» – der bekanntesten Boulevardzeitung der Schweiz. Die Erotik-Kleinanzeigen im gedruckten Blick wurden von Cherry verwaltet. Wer eine Kleinanzeige im Blick schalten wollte, wickelte das über die Cherry-Redaktion ab – und später sogar komfortabel online über die Plattform lustgate.org. Aus dem frechen Kioskheft war damit ein etablierter Dienstleister geworden, dem selbst ein grosser Verlag die Abwicklung seiner heikelsten Anzeigenrubrik anvertraute.
Der Schritt ins Netz: cherry.ch als Portal seit 2013
Wie fast alle Printtitel im Erotiksegment spürte auch Cherry früh den Wandel zum Internet – und reagierte rechtzeitig. Bereits seit 2013 wird cherry.ch als eigenständiges Online-Portal für Sexinserate und Kontakte betrieben, ergänzt um Livecams, Telefonsex und einen Blog. Schon die Version aus dem Sommer 2014 zeigte hunderte Inserate aus der ganzen Schweiz, eine Kanton- und Kategoriesuche sowie die Möglichkeit, das gedruckte Heft direkt online zu abonnieren – Print und Online liefen also lange Hand in Hand. In den Jahren danach wurde das Portal immer wieder technisch und optisch modernisiert.
Das letzte Heft: April 2020
Die letzte gedruckte Ausgabe von Cherry erschien im April 2020 – ausgerechnet zu Beginn der Pandemie, die dem ohnehin schrumpfenden Kioskmarkt einen weiteren Schlag versetzte. Damit ging eine fast 18-jährige Ära des gedruckten Schweizer Erotikmagazins zu Ende. Was blieb, war eine der bekanntesten Marken der Schweizer Erotikszene – und die Domain cherry.ch.
Der Relaunch 2026: cherry.ch als modernes Erotikportal
2026 erhielt das Portal seinen bislang grössten Relaunch. Das runderneuerte Erotikportal cherry.ch bündelt Sexinserate und Erotik-Kontakte aus der ganzen Schweiz: Escorts, Girls, Trans, erotische Massagen sowie Studios und Clubs. Nutzer können die Inserate kostenlos und ohne Registrierung durchsuchen und nach Kanton, Stadt oder PLZ-Umkreis filtern – von Zürich über Bern und Basel bis Genf, Luzern, St. Gallen und ins Tessin.
Statt reisserischer Cover setzt das neue Portal auf Struktur, Verifizierung und Diskretion: Profile mit Verifiziert-Badge werden geprüft, ein Filter zeigt ausschliesslich bestätigte Inserate, und verdächtige Anzeigen lassen sich melden. Wer selbst inserieren möchte, gibt sein Inserat auf cherry.ch über den Partner lustgate.org auf. Aus dem frechen Kioskheft von einst ist damit eine datengetriebene Plattform geworden – die Marke Cherry bleibt.
Was die Cherry-Geschichte über den Schweizer Erotikmarkt verrät
Die Reise von Cherry – vom Printmagazin über die Blick-Kooperation bis zum heutigen Inserateportal – erzählt exemplarisch die Geschichte der gesamten Branche. Wer diese Entwicklung einordnen will, findet bei uns einen Überblick über die Geschichte der Schweizer Erotikportale. Und zwei Muster gelten heute wie vor zwanzig Jahren: Ein Portal braucht ein solides technisches Fundament – wie es erotik-webdesign.ch beschreibt – und eine kluge Vermarktung, damit es überhaupt gefunden wird, wie erotikmarketing.ch zeigt. Skandalmarketing von einst ist heute seriösem SEO und echtem Vertrauen gewichen – die Ziele aber sind dieselben geblieben: Sichtbarkeit, Reichweite und wiederkehrende Besucher.
Häufige Fragen zu Cherry
Was war das Cherry-Magazin?
Cherry war ein Schweizer Erotik- und Kontaktmagazin, das ab Mai 2002 am Kiosk erschien. Es kombinierte Erotikreportagen und Modelstrecken mit privaten und gewerblichen Kontaktanzeigen und wurde zu einer der bekanntesten Marken der Schweizer Erotikszene.
Was hatte Cherry mit dem Estermann-Skandal zu tun?
Ende 2002 veröffentlichte Cherry Nacktbilder eines Pornomodels zusammen mit einem Schnappschuss, der das Model mit Zürichs Ex-Stadtpräsident Josef Estermann zeigte. Estermann wusste nichts von der Aktion und klagte 2003 gegen das Magazin.
Was hatte Cherry mit dem «Blick» zu tun?
Cherry verwaltete die Erotik-Kleinanzeigen der Boulevardzeitung «Blick». Kunden buchten ihre Blick-Kleinanzeigen über die Cherry-Redaktion und später online über lustgate.org – eine enge Zusammenarbeit mit einem der grössten Schweizer Verlage.
Seit wann gibt es cherry.ch als Online-Portal?
Das Online-Portal cherry.ch ist seit 2013 in Betrieb und wurde seither mehrfach modernisiert. 2026 folgte der bislang grösste Relaunch.
Wann erschien die letzte Ausgabe von Cherry?
Die letzte gedruckte Cherry-Ausgabe erschien im April 2020. Danach lebte die Marke ausschliesslich digital weiter.
Was ist cherry.ch heute?
Heute ist cherry.ch ein Schweizer Erotikportal für Sexinserate und Erotik-Kontakte – mit Escorts, Girls, Trans, erotischen Massagen und Studios aus allen Kantonen, filterbar nach Region und teils verifiziert.
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